Sintergleitlager
Bauformen
| Sintereisen |
Sintergleitlager bestehen aus einem Metallpulver, das in einer Form unter hohem Druck und Temperatur zum Fertigteil gesintert (gepresst) wird. Während dem Sintervorgang verschmelzen die einzelnen Pulverkörner an den Berührungspunkten, so dass ein festes, aber dennoch poröses Bauteil entsteht. Diese Poren können mit einem Öl getränkt werden. Durch Adhäsionskräfte wird das Öl an die sich drehende Welle abgegeben und bei Stillstand durch die Kapillarkräfte wieder von Lager aufgenommen. Dieser Vorgang lässt sich vereinfachend mit einem Schwamm vergleichen. Sintergleitlager sind damit selbstschmierend und wartungsfrei. Statt einer Öltränkung kann dem Pulvergemisch vor dem Sintern auch ein Anteil Graphit oder MoS2 beigegeben werden.
Durch die Funktionsweise des Ölspeichers sind Sintergleitlager am besten für Dauerläufer, wie Ventilatoren, Elektromotoren und Getriebe, sowie wegen des günstigen Preises bei großen Stückzahlen für Haushaltsgeräte, Audio-/Videogeräte und Feinmechanische Geräte geeignet.
Buchsen, Bundbuchsen und Vollstücke gibt es in Standardabmessungen nach ISO 2795 bzw. DIN 1850-3 in einer großen Auswahl ab Lager. Jedoch lassen sich auch Sondergrößen spanend herstellen, oder bei entsprechenden Stückzahlen auch direkt sintern.
Durch sintern lassen sich auch Sonderformen, wie z.B. Zahnräder kostengünstig herstellen, wenn man auf die speziellen Entformbarkeitskriterien von Sinterteilen Rücksicht nimmt.
Sinterwerkstoffe werden anhand Ihrer Raumerfüllung unterschieden, die mit Buchstaben gekennzeichnet wird. Je höher die Raumerfüllung, um so geringer der Porenanteil und damit die Möglichkeit Öl zu speichern, aber um so höher die Festigkeit.
Die zweistellige Ziffer in der Werkstoffbezeichnung kennzeichnet die Legierungszusammensetzung.
Gängige Werkstoffe für Sintergleitlager sind: | ||||
| Kurzzeichen | Raumerfüllung Rx in % |
Härte HB min. |
Zusammensetzung | Eigenschaften |
|---|---|---|---|---|
| Sint-A50 | 75 (±2,5) | >25 | Sinterbronze, C <0,2%, Sn 9..11%, Rest Cu |
Lagerwerkstoffe mit besonders großem Porenraum für beste Notlaufeigenschaften |
| Sint-A51 | 75 (±2,5) | >18 | Sinterbronze, C 0,2..2%, Sn 9..11%, Rest Cu | |
| Sint-B50 | 80 (±2,5) | >30 | Sinterbronze, C <0,2%, Sn 9..11%, Rest Cu |
Gleitlager mit sehr guten Notlaufeigenschaften; niedrig beanspruchte Formteile |
| Sint-B51 | 80 (±2,5) | >25 | Sinterbronze, C 0,2..2%, Sn 9..11%, Rest Cu |
|
| Sint-A10 | 75 (±2,5) | >100 | Sintereisen, Cu 1,5..3,9% Rest Fe |
Härter und widerstandsfähiger als Sinterbronze, aber gute Schmierung erforderlich |
Technische Daten | |||
| Sinterbronze ölgetränkt | Graphitbronze | ||
|---|---|---|---|
| zulässige spezifische Belastung, statisch | p | 50 N/mm2 | 40 N/mm2 |
| max. Gleitgeschwindigkeit | v | 5 m/s | 0,25 m/s |
| Maximaler pv-Wert | pv | 1,6 N/mm2 x m/s | 0,4 N/mm2 x m/s |
| Friktionskoeffizient | 0,05 - 0,10 | 0,15 - 0,25 | |
Einbaurichtlinien | ||||||
|
Die Gehäusebohrung sollte in H7 ausgeführt werden. Zum Einpressen ist ein Dorn zu verwenden. Ohne Dorn besteht die Gefahr, dass sich die Buchse beim Einbau verformt. | ||||||
